Drei geometrische Formen finden sich auf den liturgischen Geräten und Gewändern:
Zuerst das gleichschenklige Dreieck, dann das Quadrat, mittig der Kreis.
Können so einfache geometrische Formen auf Gott hinweisen? Vermögen sie symbolisch von einem Gegenüber zu sprechen, der sich uns in dreigestaltiger Wesensart personal geoffenbart hat und uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist in den Sakramenten vermittelt wird? Können die Formen auch in Bezug zum Hymnus des Hl. Paulus – dem Primizspruch – stehen?
Das Dreieck—Symbol für den Glauben an den dreifaltigen Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist, der immer Hinauf zu Gott sich richtet. Unsere Hoffnung entfaltet sich in alle Richtungen – so wie die Seiten des Quadrats, das auf dem Fundament ruhend den Eindruck von Festigkeit und Stabilität erweckt. Der Kreis schließlich als Sinnbild der umfassenden und nie endenden Liebe.
Das Zweite Vatikanische Konzil sagt, dass in Sachen sakraler Kunst „mehr auf edle Schönheit […] als auf bloßen Aufwand“ geachtet werden soll (SC 124).
Der akademische Bildhauer Günter Mauermann lebt und arbeitet in meiner Heimatpfarrei St. Konrad, sein Vater hat bereits an der Ausstattung meiner Heimatpfarrkirche mitgewirkt. Werke von Vater und Sohn Mauermann fanden sich auch in meiner Praktikumspfarrei Windischeschenbach. So war es für mich selbstverständlich, Herrn Mauermann um seine Unterstützung beim Entwurf der sakralen Gegenstände (Kelch, Hostienschale, Messgewand) zu bitten, die er mir auch gerne zusagte.
In der Paramentenstickerei der Regens-Wagner-Stiftung in Michelfeld, wo Stola und Messgewand zur Primizfeier entstanden, legte der Künstler noch ein letztes Mal den Bleistift am Entwurf an.
Immernoch interessant: Handbuch der Paramentik (1912) von Joseph Braun SJ


