Heiliger Bischof Wolfgang von Regensburg

Wolfgangsschrein
Wolfgangsschrein

Er gab den einen das Apostelamt,
andere setzte er als Propheten ein,
andere als Evangelisten,
andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung des Dienstes zu rüsten,
für den Aufbau des Leibes Christi.
(Eph 4,11-12)

Das Bistum Regensburg feiert heute seinen Hauptpatron, den Hl. Bischof Wolfgang, der als Lehrer und Vorbild der Priester auch als Schutzherr meines „Heimatstalls“, des dortigen Priesterseminars erwählt wurde.

Im 17. Jahrhundert erkor man sich den um 925 an den Hängen der Schwäbischen Alb geborenen Wolfgang zum Patron.
Etwa 40jährig hatte sich der Lehrer und Mitarbeiter der kaiserlichen Kanzlei zu Köln für ein alternatives Leben in einer möglichst abgeschiedenen Klosterzelle entschieden. Seine Wahl fiel auf Kloster Einsiedeln. Dort war des öfteren Bischof Ulrich von Augsburg zu Gast, was dem Landsmann Wolfgang zum „Verhängnis“ werden sollte.
Als „Spätberufener“ empfing er mit 43 Jahren aus der Hand dieses großen Bischofs die Priesterweihe … (ich fange gerade zu rechnen an….).
Ab da war’s aus mit der Einsamkeit! Die Ungarn waren zwar militärisch besiegt, aber noch nicht christianisiert. So machte sich der Priester Wolfgang 971 von Einsiedeln aus auf den Weg nach Pannonien. Kirchberg am Wechsel (heute: Niederösterreich) wurde zum Stützpunkt Wolfgangs bei der Ungarnmission.
Nach kurzer Zeit schon – im Herbst 971 – zitierte Bischof Pilgrim von Passau den „umherschweifenden Mönch“ zu sich, der sich offensichtlich ohne Erlaubnis in dem von Passau beanspruchtem Missionsgebiet aufhielt. Beim persönlichen Zusammentreffen aber scheint Pilgrim einen sehr überzeugenden Eindruck von Wolfgang gewonnen zu haben, dass er ihn – trotz Einwände seiner Berater gegen den „armen und unbekannten“ Benediktinermönch, dem Kaiser Otto II. als Oberhirten für den verwaisten Bischofsstuhl von Regensburg vorschlug.
972 empfing Wolfgang als Reichsfürst aus der Hand des Kaisers in Frankfurt Schwert und Ring als Symbol für die Verleihung der weltlichen Gewalt, die geistliche Gewalt als Bischof, mit dem Hirtenstab als Symbol, wurde im Januar 973 in Regensburg durch Inthronisation und Bischofsweihe verliehen. Unter den Spendern der Bischofsweihe war auch Pilgrim von Passau.

Etwa 70jährig entschloss sich Wolfgang im Herbst 994, nochmals die österreichischen Besitzungen des Hochstiftes Regensburg aufzusuchen. Auf der Donau befiel ihn ein starkes Fieber. Nahe der Otmarkapelle zu Pupping bei Eferding (Oberösterreich) ließ er sich an Land bringen, legte dort sein Sündenbekenntnis ab und empfing die Hl. Kommunion. Dann streckte er sich auf dem blanken Fußboden aus. Als seine Begleiter die inzwischen zahlreich herbeigeeilten Neugierigen aus der Kapelle weisen wollten, verwehrte er dies.
Seine letzten Worte in der Abendzeit des 31. Oktober 994 sind überliefert:
„Gott erbarme sich meiner als eines armen Sünders, der nun sterben muss, als auch eines jeden, der ängstlich und demütig zuschaut.“

Seine Gebeine ruhen heute – wenn ich sie nicht gerade am Nachmittag des Priesterweihtages durch die Basilika St. Emmeram trage – in der dortigen Wolfgangskrypta zu Regensburg.

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