Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

... und ihr seid Zeugen

... und ihr seid Zeugen!

„… und ihr seid Zeugen!“
(Lk 24,48)

Die Katholische Kirche begeht vom 18. bis 25. Januar mit den anderen christlichen und kirchlichen Gemeinschaften in aller Welt unter diesem Motto die Gebetswoche für die Einheit der Christen.

In aller Welt wurden nach dem 2. Vatikanischen Konzil die Kontakte mit den anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften intensiviert. Das ehem Einheitssekretariat wird heute …
… als permanente Einrichtung des Heiligen Stuhles als Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen vom deutschen Kardinal Kasper geleitet.

Diese Gebetswoche, jährlich vom 18. Januar (ehem. Fest  „Cathedra Petri“) bis 25. Januar („Bekehrung Pauli“) führte Papst Benedikt XV. mit dem Ziel „Einheit mit dem Stuhl Petri“ für die katholische Kirche ein.
Paul Couturier (1881 – 1953), Mitbegründer der Gruppe von Dombes, lenkte die Gebetsmeinung weniger auf die „Rückkehr“ der anderen, sondern auf die gemeinsame Bitte um „eine Einheit, wie Gott sie will“.
Jene Gruppe von Dombes, gegründet 1937 von zwei sehr verschieden geprägten Priestern aus Lyon, eben Abbé Paul Couturier und Pater Laurent Rèmillieux, benannte sich nach einem nördlich von Lyon gelegenen Zisterzienserkloster, in dem die ersten Begegnungen stattfanden.
Nach dem Krieg stieß zu den deutschen und französischen Priestern und Pastoren die Kommunität von Taizé.
Die Gruppe tagte nun abwechselnd in Dombes und im Diakonieheim Presinge bei Genf. Nach einigen Jahren übernahm Taizé selbst die evangelische Gastgeberschaft. Die Gesamtzahl der Teilnehmer ist heute auf die Zahl 40 – ausschließlich Priester bzw. männliche Pastoren – festgeschrieben, die eine Hälfte römisch-katholisch, die andere überwiegend reformiert, sonst lutherisch, weiterhin beiderseits Franzosen und stets einige Schweizer. Die Gruppe kommt jährlich einmal Anfang September für dreieinhalb Tage zusammen. 
Paul Couturier wurde in den zwanziger Jahren durch Kontakte zu russischen Emigranten mit der Spaltung der Christenheit konfrontiert und lernte so auch die orthodoxe Liturgie, Theologie und Spiritualität kennen. Das Hauptanliegen des Franzosen war die Erschließung des spirituellen Reichtums der anderen Konfessionen, was ihn zum Begründer des sogenannten geistlichen Ökumenismus werden lies.  In diesem Zusammenhang sprach der Vater dieses geistlichen Ökumenismus von einem „unsichtbaren Kloster“, das in seinen Mauern diese für Christus und seine Kirche begeisterten Menschen versammelt.
Der Gruppe geht es dato um eine dreifache Umkehr, die sie unter dem biblischen Wort „metanoia“ zusammenfasst:

a) christliche Umkehr
Die Umkehr beginnt feierlich mit der Taufe und führt zu einer „Existenz, in der die Umkehr ständig zu leben ist“ , also betrifft sie direkt die Person eines jeden Gläubigen, der werden soll, was er bereits ist.
b) kirchliche Umkehr
Gleichermaßen wie die christliche Umkehr betrifft die kirchliche Umkehr „die Glieder der Kirche gemeinsam und als Teile einer Institution“  . Als Beispiele erwähnt die Gruppe von Dombes „das Mönchtum in der Alten Kirche, die Reformbestrebungen des Mittelalters, die protestantische und katholische Reformation des 16. Jahrhunderts, […] verschiedene Erweckungen in den Kirchen des 19. Jahrhunderts […] und das aggiornamento, das Johannes XXIII. mit dem II. Vatikanischen Konzil wollte“ .
c) konfessionelle Umkehr
Für die konfessionelle Umkehr, die von den noch getrennten Kirchen geleistet werden muss zum Ziele der Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft, bedarf es von allen Seiten Zugeständnisse, die allerdings asymetrisch sind, da die voneinander verschiedenen Kirchen jeweils andersartige Schwächen haben. Sie muss primär Umkehr zum Gott Jesu Christi sein und in der Folge die brüderliche Versöhnung zwischen den Kirchen, die volle Kirchengemeinschaft und volle gegenseitige Anerkennung begehren.

Diese Linie vertritt auch Papst Benedikt XVI. Einheit bedeutet nach seinem Verständnis keinesfalls „das, was man sozusagen ‚Rückkehr-Ökumenismus’ nennen könnte: die eigene Glaubensgeschichte leugnen und ablegen zu müssen.“ 1)

1) Sekretariat der DBK: Papst Benedikt XVI. Ansprache beim Kölner Ökumenischen Treffen im Erzbischöflichen Haus am Freitag den 19. August 2005. in: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 169. S. 71.

Literaturhinweis:  

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