Sklaven im 21. Jahrhundert!

Ochsen im Joch

Ochsen im Joch

Den Nächsten mordet,
wer ihm den Unterhalt nimmt,
Blut vergießt,
wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält.

(Sir 34,26-27)

Aus einer politischen Ecke kommend wird in der deutschen Heimat gerade eine Kampagne geschürt, bei der das Schweigen schwer fällt. Ich möchte gerne mal den „virtuellen Mund“ aufmachen, weil mich auch ein wenig meine Vergangenheit einholt: Es geht im Grunde um die Zukunft des „Sozialstaates“.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hält passend zu dieser aktuellen Diskussion offenbar einen Lohn erst unter 3 Euro pro Stunde für sittenwidrig.
Mir fällt dazu eigentlich spontan ein Satz ein, der inzwischen schon in die Jahre gekommen ist, aber offenbar nichts an Aktualität verloren hat:

„… wenige übermäßig Reiche
[konnten] einer Masse von Besitzlosen
ein nahezu sklavisches Joch auflegen.“
(Papst Leo XIII.: Sozialenzyklika Rerum Novarum, Ziff. 2 v. 15.Mai 1891)

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.
Da kann man z. B. herauslesen (ich hoffe es noch nicht ganz verlernt zu haben!), dass  im Jahr 2008 wegen der Einstellung von rd. 62.297 Arbeitlosen (ohne die sog. Hartz-IV-Empfänger!) insgesamt 488.311.000 € Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber gezahlt wurden. Im 12-Monats-Durchschnittlich erhielt der Arbeitgeber pro eingestelltem Arbeitslosen also  653 € mtl.  Zuschüssen von der Solidargemeinschaft. Ausgehend von einer 40-Stunden-Woche errechne ich pro Förderfall einen Zuschuss an den Arbeitgeber von 3,76 €/Std., obwohl der Arbeitgeber eine Arbeitsleistung von seinem neuen Arbeitnehmer erhalten hat. Mit dieser Förderung gleicht die Bundesagentur für Arbeit eine sog. „Minderleistung“ eines eingestellten Arbeitslosen aus.

Dem Arbeitgeber ist diese „Belastung“ (3,76 €/Std. bzw. 653 €/Monat) also nicht zumutbar, er darf daher die Unterstützung der Solidargemeinschaft gesetzlich in Anspruch nehmen.
Einem Arbeitnehmer mutet man aber zu, für 3,00 €/Std. bzw. 520 €/Monat zu arbeiten!

Ich wünsche mir, dass sich die Kirche mit ihren Sozialeinrichtungen weiterhin zu Wort meldet!

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