Damit ihr Hoffnung habt. – 2. ÖKT

2. Ökumenischer Kirchentag

2. Ökumenischer Kirchentag

Alles,
um was ihr in meinem Namen bittet,
werde ich tun,
damit der Vater im Sohn verherrlicht wird.

(Joh 14,13)

„Da ich selbst aus diesem Land komme, weiß ich um die Tragik, welche die Glaubensspaltung über viele Menschen und über viele Familien gebracht hat. Auch deshalb habe ich […] den festen Vorsatz geäußert, die Wiedererlangung der vollen und sichtbaren Einheit der Christen zu einer Priorität […] zu erheben.

Deutschland kommt ganz ohne Zweifel im ökumenischen Dialog eine besondere Bedeutung zu. Wir sind das Ursprungsland der Reformation; Deutschland ist aber auch eines der Länder, von denen die ökumenische Bewegung des 20. Jahrhunderts ausging. […]

Unsere Spaltungen stehen im Kontrast zum Willen Jesu und machen uns vor den Menschen unglaubwürdig. Ich denke, dass wir uns darum mit ganz neuer Energie und Anstrengung bemühen sollten, in diesen großen ethischen Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam Zeugnis zu geben. […]

Andererseits aber bedeutet diese Einheit dann doch auch nicht das, was man sozusagen ‚Rückkehr-Ökumenismus‘ nennen könnte: die eigene Glaubensgeschichte leugnen und ablegen zu müssen. Keineswegs! Sie bedeutet nicht Uniformität in allen Ausdrucksformen der Theologie und der Spiritualität, in den liturgischen Formen und in der Disziplin. Einheit in der Vielfalt und Vielfalt in der Einheit:

In der Predigt […] habe ich hervorgehoben, dass volle Einheit und wahre Katholizität im ursprünglichsten Sinn des Wortes zusammengehen. Die notwendige Bedingung, damit dieses Miteinander sich verwirklichen kann, ist, dass der Einsatz für die Einheit ständig geläutert und erneuert wird, dass er beständig wächst und reift. Dazu kann der Dialog beitragen. Er ist mehr als ein Gedankenaustausch, ein akademisches Unterfangen: Er ist ein Austausch von Gaben (vgl. Ut unum sint, 28), in dem die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften die ihnen eigenen Reichtümer einbringen können (vgl. Lumen gentium, 8; 15; Unitatis redintegratio, 3; 14 f.; Ut unum sint, 10–14). […]

Allein mit unseren eigenen Kräften können wir die Einheit nicht ‚machen‘. Wir können sie nur empfangen als Geschenk des Heiligen Geistes. Darum bildet der geistliche Ökumenismus, das heißt das Gebet, die Umkehr und die Heiligung des Lebens das Herz der ökumenischen Begegnung und Bewegung (vgl. Unitatis redintegratio, 8; Ut unum sint, 15 f.; 21 u. a.). …

Ich bin überzeugt: Wenn sich eine wachsende Anzahl von Menschen von innen her zutiefst dem Gebet des Herrn, ‚dass alle eins seien‘ (Joh 17,21), anschließt, dann wird ein solches Gebet in Jesu Namen nicht ins Leere gehen (vgl. Joh 14,13[…]).“

(Sekretariat der DBK: Papst Benedikt XVI. Ansprache beim Ökumenischen Treffen im Erzbischöflichen Haus am Freitag den 19. August 2005. in: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 169, S. 67 – 72.)
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