„Der Heilige Geist kommt nicht in Filzpantoffeln“*

Heilig-Geist-Taube

Sende aus deinen Geist,
und das Antlitz der Erde wird neu.
(Ps 104,30)

Fünfzig Freudentage gehen zu Ende. Die Kirche feiert die Zeit vom Ostersonntag bis zum Pfingstfest als einen einzigen Festtag (Auch wenn man heuer gerade in dieser Zeit öfter mal denken konnte: „Nimmt das Ganze denn gar kein Ende?“).
Leider wird der Zusammenhang mit Ostern heute oft vergessen. Wahrscheinlich haben wir’s verlernt, uns so lange an einem „Event“ zu erfreuen.
Im Byzantinischen Ritus, der Feier des Gottesdienstes, darf man fünfzig Tage lang nur stehend beten, erst ab dem Pfingsttag wird wieder gekniet.

Die Tradition der fünfzigtägigen Feier hat ein jüdisches Vorbild im Schawuot, dem Wochenfest. Damals erhielt Mose am Berg Sinai die Zehn Gebote. In einem Bund, der noch bedingungslos war, führte Jahwe sein Volk aus der Unterdrückung in Ägypten. Nach der Befreiung bietet er ihnen einen Vertrag an, der an Gegenleistungen geknüpft ist:

Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. […] Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; […]
Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! […]
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
Du sollst nicht morden.
Du sollst nicht die Ehe brechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen.
Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.

Das ganze geschah, wie uns das Alte Testament überliefert, mit viel Rauch, der Berg bebte, der Hörnerschall wurde immer lauter.

Ähnliches berichtet das Neue Testament in der Apostelgeschichte, der Ersten Lesung am Pfingsttag:

„Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen,
wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren“
(Apg 2,1-2)

Dann darf es also am Wochenende nochmal Stürmen! Ich vertraue auf den Heiligen Geist, den wir zu Pfingsten empfangen, dass es uns als Gemeinschaft der Kirche wieder gelingt, seine Gebote zu halten (vgl. Joh 14,15-16).
Und ausserdem freue ich mich darauf, dass nächste Woche ein ganzer Bus mit vielen lieben Freunden und Bekannten aus der Heimatpfarrei zu Besuch kommt; der Hl. Geist führt uns wieder zusammen und wir können am Dienstag gemeinsam „Vergelts’s Gott“ sagen für die allerletzte (hoffentlich erfolgreiche) Semesterprüfung!

* Zitat: Kardinal Meissner

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