Qualifying

Ortsschild

Ortsschild

Das wahre Ziel
unseres Lebens
ist die Gemeinschaft
mit Gott!

(Papst Benedikt XVI.,
Lateranbasilika, 26. Mai 2005)

Abschied!

Fünf Jahre war mir die kleine Gemeinde im Wienerwald durchaus ein Ort, in dem ich leben konnte, in dem ich lernen und leiden musste, der  mir aber sehr, sehr viel Freu(n)de bereitete!
Es dauerte zugegebenermaßen eine Zeit, bis ich dort auch zuhause sein konnte. Aber so ist es wohl …

… mit uns Menschen: wir neigen dazu, festzuhalten an Vertrautem und so fällt es uns schwer, uns auf Neues einzulassen. Der Lebensmittelpunkt hatte sich trotzdem allmählich verlagert.

Immer wieder stehen Menschen vor einem neuen Abschnitt auf ihrem Lebensweg. Wir können noch nicht um die Kurve schauen, um genau zu wissen, was auf uns zukommt. Ins elektronische Navi geben wir ein Ziel ein, der Streckenverlauf zeigt nur einen groben Überblick. Um den Weg wirklich zu kennen, muss man ihn „er-fahren“.

In einer der vielen mit meinen persönlichen Habseligkeiten bepackten Umzugkartons liegt ein Stück Papier, das schwarz auf weiß Zeugnis gibt über das, was vorrangiges Ziel meines Aufenthaltes war: das Studium der Philosophie und Theologie. Etwas anderes trage ich wohl mehr in mir selbst. Fünf Jahre in der Hausgemeinschaft des  Priesterseminars gelebt zu haben, diente dazu, „Geistliches Leben und menschliche Reifung“, „Theologische Bildung“ und „Pastorale Befähigung“ zu erlernen und zu festigen. Der innere Motor sollte in rechter Weise programmiert werden. Zentralster Lebensmittelpunkt war immer der rechteste Platz der dritten Bankreihe links in der Hauskapelle. Morgens, Mittags und Abends war Zeit für den Boxenstopp. Dort befand sich quasi meine Zapfsäule an der Tankstelle.

Geholfen haben mir aber auch die Teamchefs und -kollegen, mit denen ich diese Jahre teilte: Die einen forderten mich als „Schlaglöcher“ heraus, die anderen waren die Leitplanken oder das Kiesbett, sie stützen mich oder fingen mich sanft auf. Allen sei an dieser Stelle herzlich „Vergelt’s Gott“ gesagt!
Vier mal schon – meist zum Ende des Studienjahres – hieß es Abschied nehmen von den Mitstudenten, die aus der Hausgemeinschaft in ihre Diözesen oder Ordensfamilien zurückgekehrt sind, um dort die Strecke fortzusetzen. Andere haben auch den Weg verlassen, sich ein neues Ziel gesucht oder einfach die Rennklasse gewechselt.
Diesmal bin ich es, der auf der Zielgeraden durchstartet und andere zurücklässt. Feierliche Reden wurden gesprochen, herzliche Umarmungen und auch Abschiedgeschenke durfte ich empfangen. Viele haben sich mit mir über den Etappensieg gefreut und mir zugewinkt.

So schmerzlich es auch ist, sich von liebgewonnen Freunden zu verabschieden, die Freude und Spannung auf das, was vor mir liegt, macht Mut!

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