Vor Ort sein.

Pfarrkirche St. Emmeram

Pfarrkirche St. Emmeram

… damit ihr beurteilen könnt,
worauf es ankommt.
(Phil 1,10)

Wiedereinmal ist der Koffer für einen Ortswechsel gepackt: Ich mache mich auf den Weg nach Windischeschenbach.
Vor über 1000 Jahren kamen Mönche aus St. Emmeram in Regensburg in die Oberpfalz und ließen dort um das Jahr 950 eine Missionsstation entstehen.
Der Pfarrei St. Emmeram werde ich für die nächsten Wochen und Monate als Praktikant anvertraut.

Jetzt gilt’s: Alles was in den vergangenen Jahren nach trockener Theorie klang, bekommt endlich konkrete, sehr praktische Formen. Ich darf den Menschen in der Pfarrei begegnen und „reinschnuppern“ in das weite Aufgabenfeld, das einem Priester anvertraut wird. So werde ich hoffentlich langsam hineinwachsen in den Verkündigungsdienst der Frohen Botschaft und die Feier der Sakramente.
Aus dem Pfarrbrief kennen mich die „Tschitscherlbacher“ ja schon, mal sehen, wie die erste persönliche Begegnung ausfällt. Allzu unterschiedlich dürfte die Mentalität nicht sein, zwischen der Heimat und der Praktikumsstelle liegen ja nur 20 km.

Die Zisterzienser spannen übrigens auch wieder einen großen Bogen:
1515 wurden Teile Windischeschenbachs an das Kloster Waldsassen verkauft.
Im 18. Jahrhundert erwarb Abt Eugen von Waldsassen in Weiden ein Gartengrundstück „in der Scheibe“. Dort entstand zwischen 1739 und 1742 als „Propstei mit Getreidekasten“ der prächtigste Weidener Barockbau.
2005 zog ein Weidener nach Heiligenkreuz, um an der dortigen Hochschule der Zisterzienser zu studieren. Und jetzt zieht dieser ehemalige Student als Praktikant in den Pfarrhof von Windischeschenbach.

Von Franz Kardinal Hengsbach, dessen Geburtstag (10. September) genau 100 Jahre zurückliegt, wird berichtet, dass es sein größtes Anliegen war, „vor Ort“ zu sein. Als das Bistum Essen am 1. Januar 1958 neu errichtet wurde, sagte der Gründer-„Ruhrbischof“ in seiner ersten Ansprache: „Ich bin jetzt vor Ort gegangen. In Gottes Namen wollen wir die erste Schicht verfahren.“
In Windischeschenbach – wo man vom 5. Oktober 1990 – 12. Oktober 1994 das tiefste Loch der Erde (9.101 m) bohrte – treffen wir uns am Sonntag „vor Ort“ in der Eucharistiefeier zum Kirchweihsonntag – und auf der „Eschawecka Kirwa“!

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