Zelte abbrechen

Zelte

Zelte

Alles hat seine Stunde
und für jedes Vorhaben
unter dem Himmel

gibt es eine Zeit:
eine Zeit zum Einreißen
und eine Zeit zum Bauen.
(Koh 3,1.3b)

Die Ministranten von St. Georg hatten in diesem Jahr (wie viele andere auch) großes Pech mit dem Pfingstzeltlager: Knöcheltief war der Schlamm, nass waren die Tage und eiskalt die Nächte. Töpfe, Planen, Geschirr, jedes Einzelteil musste danach mehrmals in die vielen fleißigen Hände genommen werden, um es wieder zu reinigen und aufzuräumen.
Die Zelte mussten gewaschen, neu imprägniert und vor allem getrocknet werden. Nun stehen sie hier im Pfarrgarten im Schatten der altehrwürdigen Georgskirche zu Amberg.

Zelten heißt – wie mein Blog – „Auf dem Weg“, unterwegs sein. Das erste Heiligtum, das das Volk Israel besessen hatte, war kein Tempel, sondern ein Zelt! Israel war unterwegs, das wandernde Gottesvolk. Unterwegs in der Wüste. Und das Zelt als Symbol der Gegenwart Gottes wanderte mit. Gott geht mit, auch durch Wüstenzeiten.

Straubing - St. Peter

Straubing – St. Peter

Die Zelte bekommen für mich als Kaplan in diesen Tagen eine besondere Bedeutung. Nicht etwa, dass mich der Pfarrer vor die Türe gesetzt hätte und ich jetzt in einem Zelt hausen muss. Nein, es gilt für mich ganz persönlich, mein Zelt hier in Amberg zum Ende des Schuljahres abzubrechen und es an einem anderen Ort, diesmal in Straubing – St. Peter zum 1. September wieder aufzubauen. Den Menschen dort geht es nach der großen Flutkatastrophe übrigens noch viel schlimmer als den Ministranten!
Nach zwei Jahren kommt dieser „Marschbefehl“ des Bischöflichen Ordinariates weg von der ehemaligen Garnisonskirche überraschend. Er trägt das Datum vom 5.6., seit Freitag liegt er schriftlich vor. Aber ich weiß: Gott geht mit mir! Er hat mich hierher geführt und begleitet. Er macht im August noch Urlaub mit mir und gönnt es mir, einmal abzuschalten und neu aufzutanken, bevor er dann mit mir „das Zelt“ in Niederbayern neu aufschlägt.

Angetreten hatte ich meine erste Kaplanstelle mit dem Vorsatz, hier vor allem mit den und für die Menschen zu leben, ihnen allen meine Dienste als Seelsorger in der Verkündigung der Frohen Botschaft und in der Feier der Sakramente anzubieten. Wahrscheinlich war es halt oft auch ein bruchstückhafter Anfang. Trotzdem gehe ich mit einem guten Gefühl, vor allem mit vielen schönen Erfahrungen und bleibenden Erinnerungen. Und bis ich tatsächlich „das Kamel“ für die Wanderung belade, dauert es ja zum Glück noch einige Wochen!

Küche

Küche

Spüle

Spüle

Im neuen „Camp“ gibt’s übrigens eine eigene „Feuerstelle“, d.h. ich muss mich und meinen Haushalt selbst versorgen. Sollt‘ ich da evtl. doch eine erfahrene Zeltlagerköchin und die „Spülmaschine“ mitnehmen? Das würde den Abschied vielleicht auch ein wenig leichter machen.

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