Hosanna dem Sohne Davids!

Hosanna!

Hosanna!

Gepriesen, der da kommt
im Namen des Herrn,
der König von Israel.
Hosanna in der Höhe!
(Mt 21,9 – Eröffnungsvers)

Ein letztes Mal steht Jesus am heutigen Palmsonntag in seiner ganzen Hoheit und Herrlichkeit vor uns, bevor er dann in der Karwoche den Weg der Erniedrigung und des Leidens antritt. Er zeigt sich seinem Volk als „König“, freilich nicht in Macht- und Herrscherwürde, sondern friedfertig und gütig, auf einer Eselin reitend.

In Jerusalem herrscht, wie der Evangelist Matthäus sagt, nicht nur Freude über seinen Einzug, sondern große Aufregung. Er ist jener Mann, der schon in seiner Vaterstadt abgelehnt wurde; um wieviel weniger wird er dann hier in Jerusalem, der Stadt des offiziellen Judentums, Anerkennung finden! Es ist eine Szene, die sich durch die folgende Passion mit ihren wechselvollen Situationen fortsetzt bis zum unheilvollen Tod am Kreuz, der dennoch, wenn auch rätselhaft verborgen, Heil und Erlösung bedeutet und schenkt.
Es ist eine Szene, die sich so oft im Laufe der Geschichte wiederholt hat und in unserem eigenen Leben ein ähnliches Echo auslöst. Das Schwanken zwischen Anerkennung und Ablehnung – oder zumindest Gleichgültigkeit, die Haltung des Glaubens wie Unglaubens – oder zumindest Zweifelns – prägt so oft unser eigenes Leben, unsere eigene Stellungnahme zu diesem Jesus Christus. Wir können solchen Anfechtungen nicht ausweichen und sollten es auch nicht. Wir können uns aber dafür rüsten und darauf einstellen, wenn wir eben den gefeierten und verachteten Sohn Davids als unseren Begleiter und Weggefährten erkennen und ernst nehmen; wenn wir uns klarmachen, sein Schicksal ist unser Weg, unsere Nachfolge verläuft in den Spuren seines Vorbildes, unsere Zweifel und Mutlosigkeiten finden Halt an ihm, unserem Bruder, der bei uns ist, besonders auch im Dunkel der Karwoche, der aber auch mit uns den Weg mutig und tapfer vollendet bis hin zum Licht der Auferstehung.
Dieser Weg mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinem Gelingen und Versagen, ist unser Weg der Jüngerschaft und Nachfolge, zu dem wir uns heute wieder neu bekennen und entschließen, ohne übertriebene, vordergründige Begeisterung, aber auch ohne ängstliche Verkrampfung und lähmende Skepsis. Wir entschließen uns neu für diesen Weg in der Gewissheit und im Vertrauen, dass seine liebende und ermutigende Nähe uns begleitet und stärkt – wie auch wir ihn nun begleiten.

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