Niemand hat Gott je gesehen

Alexander Gerst - (c) stern.de

Alexander Gest (c) stern.de

Das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt
(Joh 1,14)

Alexander Gerst hat uns im vergangenen Jahr 166 Tage aus dem All mit viel Mut und jeder Menge Gefühl unterhalten: Er verbreitete Fotos, Anekdoten und Videos in den sozialen Netzwerken – zuletzt filmte er Polarlichter über Neuseeland. Zigtausende flogen mit ihm um die Erde. Denn Gerst ließ uns alle teilhaben an seinem eigenen, kindlichen Staunen. So sind manche seiner Sätze heute schon Legende geworden, Sätze wie: „Die Schönheit der Erde erkenne ich in einer Minute, die Zerbrechlichkeit sogar auf den ersten Blick.
Einen Satz des Evangeliums könnte uns Alexander Gerst sicher unterschreiben: „Niemand hat Gott je gesehen.“

 

So drückt es Johannes im berühmten Prolog zu seinem Evangelium aus. Es bleibt daher die Frage, ob das nicht genauso eine Täuschung, eine Vertröstung sein kann. Wenn Gott unsichtbar ist, wie sollen wir ihn je sehen? Wie sollen wir glauben, dass es ihn gibt?
Einer kann von Gott reden, weil er ihn wirklich kennt: Jesus, den wir den Christus, den Sohn Gottes nennen. Er hat nicht nur eine Ahnung von Gott, wie die meisten von uns. Er hat nicht nur geglaubt, dass es Gott gibt, wie es die große Mehrheit der Menschen noch tut. Er weiß es. Er hat unmittelbare Kenntnis, direktes Wissen von Gott.
Dafür nennt Johannes einen Grund: Christus, „der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“. Jesus kennt Gott, weil er selber Gott ist, weil er aus dem Herzen Gottes stammt. Wörtlich steht da: der „im Schoß des Vaters ist.“ Jesus ist in Gott wie das Wort im Herzen. Noch ehe es ausgesprochen wird, trage ich es im Herzen. Jesus ist Gottes Wort. Und dieses war immer schon in Gott, und es war selber Gott. Durch sein Wort hat Gott alles geschaffen. Alle Geschöpfe, egal ob Mann oder Frau, ob Weiß oder Schwarz, ob in glücklichen oder gescheiterten Beziehungen, ob Reich oder Arm: Alle sagen etwas von Gott. Sie sind seine Sprache. Wer aufmerksam auf das vergangene Jahr zurückschaut, hört und sieht in allen Dingen Gottes Wort.

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