Ideal und Wirklichkeit

Familie

Familie

Es saßen viele Leute um Jesus herum,
und man sagte zu ihm:
Deine Mutter und deine Brüder
stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte:
Wer ist meine Mutter,
und wer sind meine Brüder?

(Mk 3,32-33)

„Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“
Darf man diese Frage überhaupt im Ernst stellen? Ist nicht jeder hineingestellt in die familiäre Ordnung, in diese „erste Zelle“ des gesellschaftlichen Lebens, um die heute so viel beraten, diskutiert und gestritten wird?
Kommt nicht alles darauf an, diese Mikrowelt der Familie heil und intakt zu halten, weil sie wie ein Nährboden ist, nicht zuletzt auch für die Religion? Wo denn sonst, wenn nicht in der Familie, können religiöse Traditionen und gesellschaftliche Prozesse in vernünftige Bahnen gelenkt werden? Leiten sich aus dieser Vorrangstellung nicht zu Recht Privilegien und Ansprüche ab: das Vorrecht, mitreden und mitbestimmen zu dürfen oder Einspruch zu erheben, in jedem Fall: bevorzugt zu sein?
Eines ist klar: Mit der Selbstverständlichkeit dieses Anspruchs stehen die Verwandten Jesu vor der Tür!

Für Jesus, der Umkehr verlangt, ist die Familie eher ein Ort der Anpassung als der Veränderung; eher ein Ort der Ruhe als der Wagnisse; nestwarm und darum umso wirksamer, umworben von den Konservativen aller Zeiten. Sie ist eben nicht unbedingt nur Hort; sie kann auch zum Gefängnis werden, zumal für jenen frohen Botschafter, der die messianische Freiheit der Kinder Gottes verkündet.

(hier zur Predigt)

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