Schlagwort-Archive: Amberg

Ich habe Kreuz und Leiden

Agnes-Bernauer-Kapelle

Agnes-Bernauer-Kapelle

Wer mein Jünger sein will,
der verleugne sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
(Lk 9,23)

175.000 Kinder und Jugendliche haben am vergangenen Wochenende die Ärmel hochgekrempelt, um in 72 Stunden ein Zeichen zu setzen: An 4000 Orten in Deutschland haben sie soziale Projekte gestemmt. Sie haben auch in Amberg unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ Pläne verwirklicht, für die zum Teil mehrere Jahre die Genehmigung, vor allem das Geld fehlte, wie mir ein Projektpate verriet.

Gleiches gilt für die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer des THW, des Malteser Hilfsdienstes und des BRK aus der Region Amberg in den Flutgebieten unseres Landes. Auch sie haben vielen Menschen geholfen und durch ihr Tun Gott in dieser Welt ein Gesicht gegeben.

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Unvergessliche 72 h

Viele junge Menschen unterbrechen in diesen Tagen ihren Alltag und lassen sich vom BDKJ in Dienst nehmen für eine Sache, die sie oft gar nicht gelernt haben. Einige finden sich plötzlich als Bauarbeiter, andere in Altenheimen, als Entwickler eines Geocaching und viele andere Dinge wieder. Doch sie trauen sich das zu, weil sie gemäß dem Motto „Uns schickt der Himmel!“ genau dazu berufen wissen: Gerufen und gesandt vom Heiligen Geist, an einen Ort gestellt, den sie meist zu Beginn der Aktion noch nicht kannten, aber im festen Vertrauen darauf, dass sie hier genau richtig sind, um ihren Glauben in der Tat zu bezeugen.

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Zelte

Zelte

Alles hat seine Stunde
und für jedes Vorhaben
unter dem Himmel

gibt es eine Zeit:
eine Zeit zum Einreißen
und eine Zeit zum Bauen.
(Koh 3,1.3b)

Die Ministranten von St. Georg hatten in diesem Jahr (wie viele andere auch) großes Pech mit dem Pfingstzeltlager: Knöcheltief war der Schlamm, nass waren die Tage und eiskalt die Nächte. Töpfe, Planen, Geschirr, jedes Einzelteil musste danach mehrmals in die vielen fleißigen Hände genommen werden, um es wieder zu reinigen und aufzuräumen.
Die Zelte mussten gewaschen, neu imprägniert und vor allem getrocknet werden. Nun stehen sie hier im Pfarrgarten im Schatten der altehrwürdigen Georgskirche zu Amberg.

Zelten heißt – wie mein Blog – „Auf dem Weg“, unterwegs sein. Das erste Heiligtum, das das Volk Israel besessen hatte, war kein Tempel, sondern ein Zelt! Israel war unterwegs, das wandernde Gottesvolk. Unterwegs in der Wüste. Und das Zelt als Symbol der Gegenwart Gottes wanderte mit. Gott geht mit, auch durch Wüstenzeiten.

Straubing - St. Peter

Straubing – St. Peter

Die Zelte bekommen für mich als Kaplan in diesen Tagen eine besondere Bedeutung. Nicht etwa, dass mich der Pfarrer vor die Türe gesetzt hätte und ich jetzt in einem Zelt hausen muss. Nein, es gilt für mich ganz persönlich, mein Zelt hier in Amberg zum Ende des Schuljahres abzubrechen und es an einem anderen Ort, diesmal in Straubing – St. Peter zum 1. September wieder aufzubauen. Den Menschen dort geht es nach der großen Flutkatastrophe übrigens noch viel schlimmer als den Ministranten!
Nach zwei Jahren kommt dieser „Marschbefehl“ des Bischöflichen Ordinariates weg von der ehemaligen Garnisonskirche überraschend. Er trägt das Datum vom 5.6., seit Freitag liegt er schriftlich vor. Aber ich weiß: Gott geht mit mir! Er hat mich hierher geführt und begleitet. Er macht im August noch Urlaub mit mir und gönnt es mir, einmal abzuschalten und neu aufzutanken, bevor er dann mit mir „das Zelt“ in Niederbayern neu aufschlägt.

Angetreten hatte ich meine erste Kaplanstelle mit dem Vorsatz, hier vor allem mit den und für die Menschen zu leben, ihnen allen meine Dienste als Seelsorger in der Verkündigung der Frohen Botschaft und in der Feier der Sakramente anzubieten. Wahrscheinlich war es halt oft auch ein bruchstückhafter Anfang. Trotzdem gehe ich mit einem guten Gefühl, vor allem mit vielen schönen Erfahrungen und bleibenden Erinnerungen. Und bis ich tatsächlich „das Kamel“ für die Wanderung belade, dauert es ja zum Glück noch einige Wochen!

Küche

Küche

Spüle

Spüle

Im neuen „Camp“ gibt’s übrigens eine eigene „Feuerstelle“, d.h. ich muss mich und meinen Haushalt selbst versorgen. Sollt‘ ich da evtl. doch eine erfahrene Zeltlagerköchin und die „Spülmaschine“ mitnehmen? Das würde den Abschied vielleicht auch ein wenig leichter machen.

Manege frei!

Manege frei

Manege frei

Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt,
und wir haben seine Herrlichkeit gesehen
(Joh 1, 14)

In einem Zirkus aufzutreten, das ist nichts für Anfänger! Das Publikum erwartet beste Unterhaltung, schließlich ist die Konkurrenz durch Fernsehen und Kino heute hart. Zirkusarbeit ist nichts für Weicheier, da gehören Profi’s hin. Profis sind auch unsere Ministrantinnen und Ministranten von St. Georg – Amberg!

Zu einem guten Zirkus gehört immer auch das Hochseil. Für die Gruppenleiter war bzw. ist es manchmal auch ein Drahtseilakt: mit den Kindern und Jugendlichen im Lager zu leben oder in den Gruppenstunden mit ihnen zu arbeiten, sich mit ihnen zusammen auf den Weg zu machen, Hand in Hand, sie immer wieder – trotz Nässe und Kälte – neu zu motivieren. Das ist jedenfalls nicht immer ein Traum. Das macht müde auf die Dauer.

Und doch: Es gab und gibt sie, diese heiligen Momente mitten im Chaos, wo alle Hand in Hand auf einem Traumseil wandern: bei der Mutprobe für die „Neulinge“ oder dem anstrengenden Postenlauf. Gott sei Dank!
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