Schlagwort-Archive: Exerzitien

Auf den Spuren Jesu – Tag 7

Geburtsgrotte

Geburtsgrotte

Kommt,
wir gehen nach Betlehem,
um das Ereignis zu sehen,
das uns der Herr verkünden ließ.
(Lk 2,15)

Bei knapp 30 Grad haben wir heute miteinander in Bethlehem „Heilige Nacht“ gefeiert.
Gut, die Juden feiern morgen auch „Rosch ha-Sana“, für sie beginnt das Jahr 5774. Aber sie sind das gewohnt, für mich war es ungewöhnlich, von den Hirten zu singen, die von den Herden zu dem Kind eilen.

In der alten Liturgie gab es noch die „Hirtenmessen“, die Messfeier direkt nach der Mitternachts-, der Christmette.
Die Texte versuchten, das Weihnachtsgeschehen gleichsam aus dem Blickwinkel der Hirten zu betrachten.

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Auf den Spuren Jesu – Tag 6

Klagemauer

Klagemauer

Juble laut, Tochter Zion!
Vollkommen ist, was er tut;
denn alle seine Wege sind recht.
Er ist ein unbeirrbar treuer Gott,
er ist gerecht und gerade.
(Dtn 32,4)

In der Nähe des Abendmahlssaales, bei den Benediktinern der Dormitio feierte ich heute die Eucharistie mit den Pilgern.
Das Alte Testament berichtet uns vom Auszug aus Ägypten, von einem hastigen Mahl, kurz vor einem Aufbruch in die Freiheit.
Das Neue Testament erzählt uns von einem letzten Mahl, das Jesus mit seinen Freunden begeht: Es gab Brot und Wein – im Grunde nichts Besonderes, von Eile wird nichts überliefert, aber wir wissen, dass es danach nicht mehr um Freiheit, sondern um Gefangenschaft und Hinrichtung ging.

Im Evangelium hörten wir auch von Jesus, seinem Bodendienst der Fußwaschung an den Jüngern.
So sehr bückt er sich, so tief neigt er sich dem Menschen zu! In all diesen Zeichen und Zeichenhandlungen wird eine einzige Sprache gesprochen: die Sprache der Liebe. Sie wird zum Sakrament.

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Auf den Spuren Jesu – Tag 5

Grabeskirche

Grabeskirche

Juble laut, Tochter Zion!
Jauchze, Tochter Jerusalem!
Siehe, dein König kommt zu dir.
Er verkündet für die Völker
den Frieden.
(Sach 9,9-10)

Wir haben auf unserer Pilgerreise Jerusalem erreicht. Vom Ölberg kommend habe ich mit meiner Pilgergruppe gleich nach dem Löwentor in der St.-Anna-Kirche die Eucharistie gefeiert.
Wie die Menschen damals Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem ehrten, das ist uns gar nicht so fremd, das ähnelt unserer Begeisterung und unseren Formen, jemanden Liebe und Verehrung zu zeigen. Wir kennen die Ehrenrunden der Formel-1-Fahrer oder erinnern uns an die „Triumphfahrt des FC Bayern auf der Leopoldstraße“ unter begeisterten Zurufen.
Es ist uns aber auch nicht so fremd, dass die Begeisterung kippen kann, dass der eben noch Verehrte statt den Jubelrufen Pfiffe zu hören bekommt, dass auf das „Hosianna“ das „Kreuzige ihn!“ folgt.

Wir müssen uns fragen, ob wir nicht auch der Menge folgen würden, die das „Kreuzige ihn!“ geschrien hat.

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Auf den Spuren Jesu – Tag 4

Berg Tabor

Berg Tabor

Herr,
es ist gut, dass wir hier sind.
wenn du willst,
werde ich hier drei Hütten bauen:
eine für dich,
eine für Mose und eine für Elija.
(Mt 17,4)

Immer wieder gibt es schwere Zeiten, in denen man körperlich, geistig und auch seelisch stark belastet ist. Rasch stößt man in solchen Situationen an seine eigenen Grenzen. Wir, die Pilger, erfahren das ganz konkret auf unserer Reise.
Wie gut ist es dann, die Erfahrung von solchen hellen, lichten Momenten zu machen, wie sie von den drei Jüngern im Evangelium von der Verklärung berichtet wird: Unvergessliche Stunden auf dem Berg Tabor.

Mose und Elija, jene Gestalten, die den drei verschlafenen Jüngern dort erscheinen, verbindet, dass sie vor den heftigen Konflikten ihrer Zeit nicht davongelaufen sind. Sie mussten Auseinandersetzungen auf Leben und Tod bestehen. Mose führte unter dramatischen Umständen das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens. Elija geriet in Todesgefahr, weil er sich mit dem Götzen Baal angelegte, der die Menschen zu Opfern zwang. Beide haben im Vertrauen auf einen Gott gehandelt, der die Schreie der Unterdrückten hört. Sie sprachen also mit Jesus über seinen „Exodus“, so heißt es wörtlich, seinen „Auszug“ oder Heimgang, seinen Tod also, aber auch seine Heimkehr zu Gott, seine Auferstehung. Sein Weg führt hinunter vom Berg des strahlenden Lichts, und mit dem Kreuz wieder hinauf, dann nach Golgota. Auch er läuft dieser schweren Aufgabe nicht davon.

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